Das Redaktionsteam von "Christ in der Gegenwart" (Herder/Freiburg) hat in der letzten Ausgabe (Nr. 44/2017 S. 484) einige Thesen zusammengestellt zur Zukunft des Christentums.

These 7: Die Zukunft des Christentums ist ökumenisch – oder gar nicht. Die Ökumene bedarf der Taten – nicht nur der Worte.

„Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm“ (1 Kor 12)

Angesichts der zunehmenden Vernetzung der Welt und angesichts der Weite des Denkens moderner Menschen ist es überfällig, dass sich das Christentum als Einheit versteht und präsentiert. Der gemeinsame Glaube an Jesus Christus sollte genügen, um alle kirchentrennenden Hürden zu überwinden. Wer an den historisch gewachsenen Gräben festhalten will, soll dies für sich tun – er soll jedoch nicht andere davon abhalten können, jene Spaltung im täglichen Glaubensvollzug zu überwinden. Kirchen und Gemeinden sollten prinzipiell jedem Christen offen stehen. Christen sollten sich untereinander nirgends ausschließen dürfen. Begreifen sie sich nicht als gemeinsames Volk Gottes auf dem Weg, so werden sie in den Erstarrungen und Verkrustungen bleiben, in denen sie jetzt schon gefangen sind. Die babylonischen Gefangenschaften der Kirchen müssen daher aufhören. […] Es gilt – wie längst vielfach praktiziert -, an der Basis Scheuklappen abzubauen und mit den eigenen Füßen den Pfad der Ökumene zu betreten. Christen, habt Mut, euch ökumenisch des eigenen Verstandes zu bedienen!