Kirchenschaden - so betitelt ein Kommentar in der neuesten Ausgabe des "Christ in der Gegenwart" (29.4.2018) den aktuellen Eucharistiestreit innerhalb der deutschen Bischöfe. Was in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts von bedeutenden Theologen geklärt wurde - dass evangelische Partner in einer konfessionsverbindenden Ehe zur Kommunion gehen dürfen - wird von sieben Bischöfen infrage gestellt und durch Rückfrage beim Papst zur "Chefsache" erhoben. Man darf gespannt sein, was Papst Franziskus, der seit Beginn seines Pontifikats die Bischöfe zu eigenverantwortlichem Handeln ermutigt hat, dem Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx und Kardinal Rainer Maria Woelki, sagen wird. Zu hoffen ist, dass er diesen theologisch völlig unnötigen, unvernünftigen und anachronistischen Streit in Richtung einer bodenständigen Weitung auflösen wird.

Dass dieser weltfremde und von klerikalen Sonderwelten imprägnierte Streit über die Kommunion schon jetzt eine verheerende Wirkung auf das Erscheinungsbild der Kirche hat, verwundert nicht. Die Kommentare in den Netzwerken sprechen eine deutliche Sprache. Ein katholischer Eheman in einer konfessionsverbindenden Ehe erklärt, dass er ohnehin seit langem nur noch zum evangelischen Abendmahl geht. "Dort bin ich willkommen, während meine Frau in meiner katholischen Kirche abgelehnt wird."

Der Wiener Theologe Paul Zulehner spricht von "Kirchenimplosion". Die Zeitschrift "Christ in der Gegenwart" schreibt: "Tatsächlich: So schafft sich Kirche in letzter Konsequenz selber ab."

Dass der katholische Pfarrer, der die "Ravensburger Erklärung" vom 8. Oktober 2017 unterschrieben hat, vom Rottenburger Bischof mündlich und schriftlich abgemahnt wurde, ist ein weiteres trauriges Indiz für diese entmutigende Entwicklung. .