Der Geist bricht unsere Verblendungen auf. Er steht oft erfrischend quer zu unseren Plänen. Können wir uns überraschen, berühren, ja „aufbrechen“ lassen? Wie damals, als die Jüngerinnen und Jünger regelrecht durchgeschüttelt wurden von einem „Brausen“?

Plötzlich „zündete“ etwas in ihnen, sie spürten, sie erkannten: Wo Liebe ist, da ist Gott. Welche Aufgabe, diese Botschaft, dass Gott jeden Menschen ohne Ausnahme liebt, für sich zu begreifen und in seine Situation hinein zu übersetzen oder – wie die Bibel sagt – „in anderen Sprachen“ zu sprechen!

Pfingsten ermutigt uns dazu, uns durcheinander wirbeln zu lassen, unsere Glaubensgemeinschaft immer wieder neu hervorzubringen, im „Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2 Tim 1,7). Denn das Gewohnte allein öffnet noch keine Horizonte. Es braucht neue Wege, vielgestaltiger als früher und vor allem ohne Berührungsängste.

 

Foto: Wolfgang Kumm